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Interviews

Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 24.11.2017

Dolores Mey und Ehemann

In ihrem neuesten Roman führt Dolores Mey ihre Leser auf den »Herz-Rasen«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über die Kombination aus Sport und Romantik und über das gemeinsame Schreiben mit ihrem Ehemann.

Frau Mey, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Herz-Rasen«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Gerne.
In der Geschichte geht es – neben der Aufklärung einer Intrige, in die der Profifußballer Erik geraten ist – um vier junge Erwachsene, die auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück sind. Da ist Erik, der nach einer Verletzungsphase versucht, den Anschluss an seine früheren Leistungen zu knüpfen.

Und Anne, eine bislang erfolglose Journalistin, die darum kämpft auf eigenen Füßen zu stehen, und in ihrem Job anerkannt zu werden. Ebenso Sebastian, ein Ex-Profi und Weiberheld, der aus der Angst heraus, erneut verletzt zu werden, von einer Affäre in die nächste stolpert. Und schließlich Mona, die mit 19 Jahren Mutter wurde und an der Überfürsorge ihrer Eltern erstickt, weil die sie für unfähig halten, ihren inzwischen 13jährigen Sohn, allein zu erziehen.

Soviel zu den vier Hauptprotagonisten. Neben deren eigenen »Baustellen« finden die Vier (die beiden Frauen, sowie die beiden Männer sind miteinander befreundet) mehr oder weniger zufällig zusammen, weil sie Eriks Skandal (er wacht neben einer Minderjährigen auf, die er noch nie zuvor gesehen hat) aufklären wollen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Da meine literarischen Vorbilder zwei amerikanische Schriftstellerinnen sind, nämlich Susan Elizabeth Phillips und Nora Roberts, würde ich diesen Lesern meine Romane an Herz legen wollen. Ich liebe die heiteren und witzigen Romane von SEP und genieße es, in die Welt ihrer Figuren abzutauchen. Ähnlich ergeht es mir mit Nora Roberts.

Ich wünsche mir, dass ich die Leser so gut unterhalten kann, wie ich mich von diesen beiden Autorinnen unterhalten fühle. Das ist mein Wunsch.

In den vergangenen Jahren erschienen im Young-Adult- und New-Adult-Bereich viele sehr erfolgreiche Romane und ganze Reihen, die wie Buch das Liebesleben von Sportlern thematisierten. Was macht Ihrer Meinung nach den Reiz von – nur auf dem Papier existierenden – Fußballern & Co. aus, dass Leserinnen so gern und so oft Geschichten über sie in die Finger bekommen wollen?

Eine meiner Dozentinnen, bei der ich vor einigen Jahren ein Schreibseminar absolvierte, meinte zu Beginn des Seminars.
Zitat:
»Wer darauf hofft, eine völlig neue Geschichte erzählen zu können, sollte besser wissen, dass es insgesamt nur ca. 20 verschiedene Grundgeschichten gibt. Das Genre ist dabei unerheblich.«
Ich denke, diese Tatsache ist den meisten Autoren genauso bewusst, wie den Lesern oder Zuschauern. – Und dennoch wollen die Menschen unterhalten werden und die Autoren ihre Geschichten erzählen …

Bevor ich mir über den Rahmen einer Geschichte Gedanken mache, entstehen zunächst einmal die Charaktere in meinem Kopf. Dabei spreche ich im Prinzip von zwei Köpfen, denn mein Mann hat einen nicht unerheblichen Anteil daran, den Plot zu gestalten. Erst dann überlegen wir uns, in welchem Milieu der Roman spielen soll.

Die vier beschriebenen Figuren könnten im Prinzip überall angesiedelt sein. Weil wir aber auch immer ein Auge auf das öffentliche Leben haben, kam uns eine Promimeldung aus dem Profisport sehr zu pass. Genauso wie wahre Begebenheiten einer Vereinsgeschichte, die jedoch schon etwas länger zurückliegen. Da nun beide Ereignisse rund um den Fußball angesiedelt sind, fiel die Entscheidung leicht.

Hinzu kommt, dass mein Mann jahrelang selbst im Fußballzirkus unterwegs war, was das Schreiben darüber für mich leicht gemacht hat.
Welcher Reiz geht von Promisportlern aus? Zum einen sicherlich die Tatsache, dass diese Leute besondere Leistungen erbringen und die Disziplin haben, sich diesem Drill auszusetzen. Eine Eigenschaft, die sich viele zwar wünschen, aber nicht ausfüllen können.

Ganz sicher ist aber auch die Vorstellung, im Rampenlicht zu stehen, sich mit illustren Persönlichkeiten zu treffen und sicherlich auch die Möglichkeiten der Partnerwahl. Erfolg, Macht und Geld haben eben einen enormen Sexappeal.

Die Menge an Sportler-Liebesromanen hat natürlich auch zur Folge, dass es schwierig ist, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Ehrlich gesagt, haben wir uns darüber keine Gedanken gemacht, als wir diese Geschichte entwickelt haben. Ich kann nur darüber mutmaßen, was das Alleinstellungsmerkmal ist.

Jeder Autor hat seine persönliche Handschrift oder seinen eigenen Stil. Meine bzw. unsere Art Geschichten zu erzählen, könnte man komplex nennen. Wir gehen gern in die Tiefe. Nicht nur was die Umstände betrifft, sondern auch deren Persönlichkeiten, die wir beschreiben. Das schließt die Nebenfiguren mit ein. Wir möchten, dass die Leser völlig abtauchen können. Sich einlassen und mitfühlen.

Wie gesagt, völlig neue Geschichten gibt es nicht mehr. Weder in Büchern noch im Film. Darüber muss man sich im Klaren sein. Nur die Art, die Romanfiguren zum Leben zu erwecken, kann ein Entscheidungskriterium sein. Wir hoffen, dass es uns mit unserer Art zu erzählen gelingt, die Leser zu faszinieren und zu fesseln. Wenn das funktioniert, ist das Thema, wenn auch ein häufig gewähltes, kein Kaufhindernis. Da kann ich nur von mir selbst ausgehen.

Was macht Anne, Erik, Mona und Sebastian zu solch »besonderen« Charakteren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Menschen, so auch fiktive Charaktere, sind – zumindest aus meiner Sicht – erst richtig interessant, wenn sie Ecken und Kanten haben. Vermeintliche Fehler und Schwächen gepaart mit Stärken und Talenten machen die Einzigartigkeit einer Person aus.

Wie unter Nr. 1 beschrieben, ist keiner der vier Hauptprotagonisten ohne Weh und Ach. Im Laufe der Geschichte bekommen jedoch alle Figuren die Möglichkeit, ihre Stärken und Talente zu zeigen und sich weiterzuentwickeln. Auch die schwachen bzw. negativen Charaktere, die einer Geschichte erst die richtige Würze verleihen, verändern sich. Manche zeigen positive Tendenzen, andere nicht. Genauso, wie wir das auch aus dem wirklichen Leben kennen. Da bleiben wir unserem Motto – Geschichten, die das Leben hätte schreiben können – treu.

Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen:
An Erik mag ich seine Bodenständigkeit und seine Geradlinigkeit, obwohl er sich insbesondere mit letzterer gern mal selbst im Weg steht.
An Sebastian mag ich die weiche Seite, die er nur ungern zeigt, aber auch seinen Humor. Dass er ein Kämpfer ist, kann man sich vorstellen. Wer es in die Bundesliga schafft, muss kämpfen können.

Anne ist wortgewandt und schlagfertig, aber auch sehr selbstkritisch. Ihre Klugheit hindert sie gern daran, sich als Frau selbstsicher zu fühlen.
Mona ist eine Kämpfernatur. Sie hat eine ungeheure Ausdauer. Aber das begreift sie selbst erst im Laufe der Geschichte so richtig. Ein Beispiel dafür, was Erziehung und Einfluss mit uns machen kann.

Sie erzählen Ihre Geschichten zusammen mit Ihrem Ehemann. Wie funktioniert das gemeinsame Erschaffen eines Buches? Erledigt einer von beiden die ganze Schreibarbeit, oder wird selbst das gemeinschaftlich gestaltet? Und gibt es womöglich etwas, das einer von Ihnen besser kann als der andere (und umgekehrt), so dass die Bücher dadurch einen besonderen Schliff bekommen?

Die Ideen für unsere Geschichten kommen wie angeflogen. Bei ihm so wie bei mir. Wir halten die Augen und die Ohren offen. Für unser Umfeld, genauso wie für das öffentliche Leben. Gemeinsam formen wir die Ideen zu einer Geschichte, doch ich bin der Part, der schreibt.

Abgesehen davon ist es bei Liebesgeschichten sehr hilfreich, beide Seiten – die männliche und die weibliche – gedanklich und gefühlstechnisch mit einbringen zu können. Das Leben wäre halb so spannend, wenn sich Männer und Frauen nur anatomisch unterscheiden würden.

Was können wir von der Autorin Dolores Mey in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

In der Regel arbeiten wir ca. zwei Jahre an einem neuen Buch. Das ist die Zeit vom ersten Gedanken bis zur Veröffentlichung. Wenn man einen Roman mit dem Bau eines Hauses vergleichen würde, unterhalten wir uns im Moment noch mit dem Architekten. Immerhin wissen wir schon, wer einziehen soll und welche Art von Gebäude es werden soll. Auf jeden Fall wieder ein Mehrfamilienhaus. Bungalows liegen uns nicht.

Als nächstes bin ich mit meinem Verlag am 25. und 26. November auf der Buchmesse in Berlin zu sehen. Da freue ich mich schon drauf. Leider habe ich mich zu spät angemeldet, weshalb ich keinen Lesetermin mehr bekommen habe.
Für Anfang kommendes Jahr habe ich eine Lesung zu »Herz-Rasen« in der Buchhandlung »Schwarz auf Weiß« in Gudensberg auf dem Kalender stehen. Das wird vermutlich Ende Februar oder Anfang März sein. Der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Das Team von Leserkanone.de dankt Dolores Mey für die Zeit, die sie sich genommen hat!


Interview mit der HNA vom 17.08.2015

Albshausen. Im normalen Leben geht Heidrun M. einer Bürotätigkeit nach. In ihrer Freizeit schreibt die 54-Jährige als Dolores Mey Bücher.

Ihre Romane spielen in Melsungen, Kassel oder am Edersee. Es geht um das ganz normale Leben, alltägliche Probleme und um die Liebe.

Dolores Mey

Mal beschreibt Dolores Mey die hochintelligente Catherine Lorentz, deren Leben spröde verläuft und die wegen ihrer Intelligenz Probleme im sozialen Umgang hat. Als aber eine Freundin sie bittet, Trauzeugin bei ihrer Hochzeit in Kassel zu werden, stellt diese harmlose Einladung alles auf den Kopf.

Dann wiederum erzählt sie die Geschichte von Sarah, deren Freund den gemeinsamen Urlaub platzen lässt. Sarah trennt sich von ihm und nimmt kurzerhand einen Ferienjob am Edersee an, der ihr ein ganz neues Leben zeigt.

Das neueste Werk der Mutter einer 22-jährigen Tochter enthält dann auch einige Passagen, die in Melsungen spielen. „Gemäß dem Titel ‘Fundsachen’ gibt es einige Dinge, die gefunden werden und die Geschichten ins Rollen bringen“, gibt sich Mey geheimnisvoll.

Inzwischen haben sich ihre Bücher fast 13 000 Mal verkauft, der Weg dorthin war jedoch nicht leicht: „Die Idee für meinen ersten Roman habe ich schon lange im Kopf gehabt und nachdem ich ihn geschrieben hatte, habe ich mich bei Verlagen beworben“, erzählt die 54-Jährige. Angenommen wurde er aber nicht. Über die Internetseite neobooks.com habe sie ihre Bücher deswegen zunächst im Netz veröffentlicht.

Mittlerweile hat Heidrun M. aber mit dem Format Verlag in Jena einen Unterstützer gefunden, der ihre Bücher druckt. Dass sie schreiben möchte, wusste sie schon ganz früh: „Ich bin schon immer mit offenen Augen durchs Leben gegangen. Die Geschichten der Menschen haben mich interessiert. Schon als ich klein war, hatte ich immer eine sehr rege Fantasie“, berichtet Heidrun M..

„Als Kind der 1960er hatte ich noch keinen Kassettenrekorder und immer Angst im Dunkeln. Deswegen habe ich mir Geschichten ausgedacht, um die Angst zu vertreiben.“ Als ihre Tochter erwachsen wurde, fand Heidrun M. dann die Zeit, ihre Ideen umzusetzen: „Das ist wie, als wenn man schwanger wäre – irgendwann muss das Kind raus“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Jeweils ein Jahr habe sie ungefähr an ihren ersten drei Büchern geschrieben. Und den vierten Roman hat sie schon im Kopf: „Auch der wird wieder in Nordhessen spielen“, verspricht Dolores Mey.

Das erste Buch von Dolores Mey „Überraschungsgeschenke“ kam 2013 auf den Markt, 2014 folgte „Sommergastspiel“ und im März dieses Jahres „Fundsachen“. Die Bücher sind auf Bestellung in allen Buchhandlungen sowie als eBook im Internet erhältlich.


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